Im Jahr 1809 wurde Louis Braille in Frankreich geboren und erblindete im Alter von drei Jahren nach einem Unfall. Mit seiner bahnbrechenden Erfindung der Brailleschrift im Jahr 1825 ermöglichte er es blinden Menschen erstmals, eigenständig zu lesen und zu schreiben. Bis heute ist diese taktile Schrift eine unverzichtbare Brücke zu Bildung, Kultur und Kommunikation für Millionen blinder Menschen weltweit.
Schon im Jahr 2020 wurde deshalb die Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift in die deutsche Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Derzeit arbeiten die UNESCO-Kommissionen aus Frankreich und Deutschland gemeinsam mit Selbsthilfeorganisationen beider Länder daran, die Brailleschrift für die „Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ zu nominieren.
In diesem Jahr gibt es für alle ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk zum Welt-Braille-Tag. Die Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista) in Marburg hat gemeinsam mit dem Hamburger Programmierer Martin Gertz eine App zum Erlernen der Blindenschrift entwickelt. Der „Braille-Trainer – die blista-Version der App zum Erlernen der Brailleschrift“ bietet die Möglichkeit, gedruckte Schrift in Braille als auch Braille in gedruckte Buchstaben zu übersetzen. Außerdem kann man nach und nach die Buchstaben selber üben und lernen. Damit ist sie sowohl für blinde als auch für sehende Menschen gleichermaßen zum Lernen der Brailleschrift geeignet. Anlässlich des Welt-Braille-Tages stellt die blista die ersten 1.000 Downloads kostenlos zur Verfügung.
Und für alle, die jetzt neugierig sind und Braille lernen wollen, schauen Sie doch gleich mal in den Apple AppStore oder in den Google PlayStore und laden die App herunter. Wir wünschen viel Freude beim Üben, wenn Sie nicht schon längst überzeugter Braillelesender sind.
