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Darstellung eines Gesichts mit geschlossenen Augen und Seeufer im Hintergrund; Schriftgrafik: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; aber Gott sieht das Herz an. (Sam. 16,10)

Kommunikationsformen

Wie kommunizieren Menschen und nehmen Informationen auf, wenn ihr Sehen beeinträchtigt ist?

Großdruck

Die übliche Schrift der Sehenden ist die Schwarzschrift. Für sehbehinderte Menschen muss sie in aller Regel deutlich vergrößert werden, um das Lesen zu ermöglichen. Unter Großdruck versteht man Textausgaben in großer, mindestens 16 Punkt, serifenfreier Schrift. Ob dies jedoch ausreicht, hängt sehr stark von der individuellen Lesefähigkeit ab. Was für den einen noch gut lesbar ist, kann der andere noch nicht erkennen. Hilfe bieten an dieser Stelle digitale Texte, die der sehbehinderte Mensch mithilfe einer Software auf eine für ihn lesbare Größe bringen kann.

Brailleschrift

Die Brailleschrift wurde 1825 von dem Franzosen Louis Braille entwickelt. Sechs Punkte, zwei Reihen mit je drei Punkte nebeneinander, wie die Augen eines Würfels, bilden das Raster für die Punkte-Kombinationen, mit denen die Buchstaben dargestellt werden. Sie werden von hinten in das Papier gepresst, so dass sie als Erhöhung mit den Fingerspitzen abgegriffen werden können. Mit diesem Zeichensatz können unter anderem auch mathematische Formeln und Noten wiedergegeben werden. Bei der Computerschrift wird das Punktefeld um zwei Punkte erweitert.

Bei der Brailleschrift unterscheidet man zwischen der Vollschrift, die jedes einzelne Schwarzschriftzeichen als Braillezeichen darstellt, und der Kurzschrift. Kurzschrift wird zumeist verwendet, da sie platzsparender ist. Sie verkürzt die Texte um ca. 30 - 40 %. Dabei muss man sich mehr als 300 Kürzungen einprägen. Dann jedoch geht das Lesen wesentlich schneller.

Die Brailleschrift benötigt mehr Platz als die Schwarzschrift. Beispielsweise umfasst eine Lutherbibel, in Schwarzschrift in einem Band zu erhalten, in Brailleschrift 32 Bände!

DAISY-Format

DAISY ist eine Abkürzung, sie steht für Digital Accessible Information System. Damit wird ein weltweiter Standard bezeichnet, der von den Blindenbüchereien der Welt für die neue digitale Hörbuchgeneration entwickelt wurde.

DAISY hat den großen Vorteil, dass eine CD im Daisy-Format wesentlich mehr Speicherplatz bietet als eine Audio-CD. Außerdem kann man darin, wie in einem richtigen Buch, „blättern“. Sie bietet dazu Hierarchiestufen an, die eine gute Navigierbarkeit bieten. Besonders bei Sachbüchern ist es wichtig, dass man nicht nur Kapitel und Seiten, sondern sogar einzelne Sätze oder Fußnoten anwählen kann. In einer Bibel ist damit sogar eine versweise Navigation möglich.

Das DAISY-Hörbuch kann als reines Hörbuch oder zum Beispiel auch als Volltext-Hörbuch erstellt werden, bei dem sehbehinderte Menschen den Text in der für sie nötigen Größe mitlesen können. Die Sprechgeschwindigkeit ist regulierbar, die Stimme verändert sich dabei nicht, ihr natürlicher Klang bleibt erhalten.

Für den Benutzer ist es auch hilfreich, dass er beliebig viele Lesezeichen setzen kann, das Abspielgerät führt ihn wieder an diese markierten Textstellen.

Lormen

Das Lormen ist ein in die Hand „geschriebenes“ Alphabet, bei dem bestimmte Zeichen an bestimmten Stellen der Handinnenfläche verschiedene Einzelbuchstaben des Alphabets repräsentieren. Hieronymus Lorm, nach dem das Tast-Alphabet für Taubblinde benannt wurde, hat als erster im deutschen Sprachraum mit seinem Hand-Zeichen-System taubblinden Menschen den Weg zur Verständigung mit anderen eröffnet.

In den USA und anderen Ländern wird eher das „Daktylieren“ genutzt, hierbei handelt es sich um das Abfühlen eines Fingeralphabetes.Wenn Gehörlose mit dem Fingeralphabet aufwachsen und es in der Zeit ihrer Erblindung gut beherrschen, lassen sich die einzelnen Buchstaben taktil abfühlen. Ebenfalls nutzen gehörlose Menschen, die später erblinden, die "taktile Gebärdensprache". Auf die gebärdenden Hände seines Gesprächspartners legt der Taubblinde seine eigenen Hände. So kann die Form und die Bewegung der Gebärden abgefühlt werden.

 

 

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Links

Ein Brailleschrift-Alphabet finden Sie hier: www.bsvh.org/tl_files/bsvh/content/pdf/alphabet.pdf

Und es gibt sogar auch ein hebräisches Braillealphabet: www.braille.ch/download/psheb-d.pdf

Wenn Sie sich einmal ein deutsches Wort umsetzen lassen wollen, schauen Sie hier: www.cbm.de/dynamic/
Standard_157654.html

Eine Lormalphabet finden Sie hier: www.taubblindenwerk.de/
aufsatz_lormen.html

Weitere Informationen zu taktiler Gebärdensprache und daktylieren in der Infothek unter:  www.bundesarbeitsgemeinschaft-taubblinden.de