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Darstellung eines Gesichts mit geschlossenen Augen und Seeufer im Hintergrund; Schriftgrafik: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; aber Gott sieht das Herz an. (Sam. 16,10)

Augenerkrankungen

Was heißt Sehbehinderung konkret - wer sieht was und wie viel?

Was eine sehbehinderte Person von ihrer Umwelt sehen kann, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Region des Auges nicht mehr oder nicht mehr voll funktionsfähig ist. Je nach Ursache der Sehbehinderung sind unterschiedliche Bereiche des Auges betroffen. Die bei weitem häufigste Ursache für eine Sehbehinderung sind Augenerkrankungen. Sie treten in den meisten Fällen altersbedingt auf, deshalb ist der überwiegende Teil der sehbehinderten Menschen in Deutschland im Seniorenalter. Seltener wird eine Sehbehinderung durch Unfälle verursacht.

 

Die häufigsten Augenerkrankungen

Grauer Star / Katarakt

Leidet ein Mensch an einem so genannten Grauen Star ist seine Linse im Auge getrübt. Die Folge ist eine Sicht wie durch einen grauen Schleier. Diese Erkrankung kann heute in der Regel mit vergleichsweise geringem medizinischem Aufwand und guten Erfolgsaussichten behandelt werden.

Retinitis Pigmentosa

Die erbliche Erkrankung der Netzhaut Retinitis Pigmentosa führt durch Ausfälle im äußeren Bereich des Gesichtsfeldes zu einem Tunnelblick, der auch als „Röhrengesichtsfeld“ bezeichnet wird.

Die erbliche Erkrankung der Netzhaut Retinitis Pigmentosa führt durch Ausfälle im äußeren Bereich des Gesichtsfeldes zu einem Tunnelblick, der auch als „Röhrengesichtsfeld“ bezeichnet wird.

Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den man gleichzeitig überblicken kann, ohne den Kopf und das Auge zu bewegen. Begleitet wird diese Einengung des Sehbereichs durch einen progressiven Verlust der Sehschärfe. Außerdem kann es zu Schwierigkeiten im Dämmerungssehen und zu Nachtblindheit kommen. Im Laufe des Lebens engt sich die „Röhre“ immer mehr ein, bis die völlige Erblindung eintritt.

Makula-Degeneration

Gerade umgekehrt ist die Sicht eines Menschen, der an der Altersabhängigen Makula-Degeneration leidet. Diese Krankheit führt zu einem Verlust der Sehschärfe, der von der Mitte des Gesichtsfeldes ausgeht.

Der anvisierte Punkt wird nicht gesehen, dagegen aber die Dinge am Rande des Gesichtsfeldes. Mit der Zeit vergrößert sich der unscharfe Bereich, bis nur noch ein geringes Restsehvermögen verbleibt. Neueste Präparate versprechen, zumindest ein Fortschreiten des Sichtverlustes aufhalten zu können.

Diabetische Retinopathie

Bei der Diabetischen Retinopathie wird die Sicht durch Flecken des Gesichtsfeldes behindert.

Diese Krankheit kann infolge einer Diabetes auftreten. Sie bringt verschiedene Einschränkungen des Sehvermögens wie partielle Ausfälle des Gesichtsfeldes und getrübtes Sehen mit sich und führt häufig zur Erblindung.

Grüner Star / Glaukom

Eine ähnliche Sichteinschränkung tritt auch beim Grünen Star auf. Das Fortschreiten der Krankheit hat immer weiter fortschreitende Ausfälle des Gesichtsfeldes zur Folge und führt letztendlich zur Erblindung. Weil das Glaukom bei rechtzeitiger Entdeckung noch gut behandelt werden kann, ist die Früherkennung sehr wichtig.

Farbfehlsichtigkeit

Eine weitere Art der Sehbehinderung ist die Farbfehlsichtigkeit, zum Beispiel die Unfähigkeit, Rot und Grün zu sehen, bis hin zur völligen Farbenblindheit, bei der der Betroffene seine Umgebung nur noch in Grautönen sieht. Außerdem besitzen farbenblinde Menschen nur eine eingeschränkte Sehschärfe und sind im erhöhten Maße blendempfindlich.

Können Sie sich nun vorstellen, was ein Mensch mit einer bestimmten Augenerkrankung sieht?

Eine Vorstellung hat man nach den Beschreibungen schon, aber bei zwei Menschen, die unter der gleichen Augenerkrankung leiden, kann das Restsehvermögen sehr verschieden sein. Denn nicht nur die Art der Augenerkrankung ist ausschlaggebend dafür, wie und was ein Betroffener noch sehen kann.

Entscheidend ist auch, wie groß die Schädigung in den betroffenen Bereichen ist. Bei Menschen mit einem zentralen Gesichtsfeldausfall kann die Größe des betroffenen Bereiches sehr unterschiedlich sein. Außerdem kann die Sehfähigkeit in dem Bereich um den Gesichtsfeldausfall herum ganz verschieden sein, bei einem Menschen 30 % und bei einem andern nur noch 10 %.

Auch wenn ein sehbehinderter Mensch sagt, unter welcher Augenerkrankung er leidet, wissen Sie nur in etwa, wie viel er von seiner Umwelt wirklich sehen kann. Und auch dieses Restsehvermögen kann sehr schwanken. So kann sich die jeweils aktuelle seelische und körperliche Verfassung positiv oder negativ auf das Sehvermögen auswirken. Und bei Diabetikern hängt die Sehschärfe auch von einem gut oder schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel ab.

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Links

Sehbehinderungen können Sie online simulieren unter: www.absv.de

Genauere Informationen zu Symptomen, Ursachen und Maßnahmen finden sie auf der Homepage des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes: www.dbsv.org/infothek/
augenerkrankungen/

Dort können Sie auch Broschüren mit weiterführenden Informationen bestellen: www.dbsv.org/infothek/
broschueren-und-mehr/

Ebenfalls finden Sie viele Informationen zu Netzhauterkrankungen sowie einen Simulator der Krankheiten auf der Homepage von Pro Retina Deutschland e.V.: www.pro-retina.de/netzhauterkrankungen