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Darstellung eines Gesichts mit geschlossenen Augen und Seeufer im Hintergrund; Schriftgrafik: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; aber Gott sieht das Herz an. (Sam. 16,10)

Tipps zur Barrierefreiheit

Wie können wir unsere Kirchengemeinde, unsere Veranstaltungen und Gottesdienste für Menschen mit Seheinschränkungen einladend gestalten?

Dazu gibt es ein paar einfache und leicht umzusetzende Tipps, die Sie auch in unserer Broschüre – „Ich sehe dich nicht – siehst du mich?“ Sehbehinderte und blinde Menschen in unseren Gemeinden  – finden können.

 

Damit blinde und sehbehinderte Menschen sich im Gemeindeleben engagieren können, ist Folgendes hilfreich:

  • Bitte gestalten Sie Ihren Gemeindebrief so, dass auch sehbehinderte Menschen mit Sehhilfen, Lupen oder Lesegeräten ihn lesen können. Die ideale Schriftart ist Arial, die Schriftgröße sollte mindestens 12 Punkt betragen. Der Gemeindebrief sollte linksbündig ausgerichtet und auf hellem Papier gedruckt werden.
  • Gut ist es, wenn die Gemeinde-Homepage die Standards der Barrierefreiheit erfüllt. Haben Sie alle Bilder mit einem Alternativtext hinterlegt? Ist Ihre farbige Gestaltung für Sehbehinderte lesbar? Lassen Sie einmal einen Betroffenen testen und sich Tipps geben.
  • Viele Betroffene freuen sich über eine persönliche Einladung zu Veranstaltungen, denn nicht alle haben einen Internetanschluss oder können den Gemeindebrief lesen.
  • Ermutigen Sie sehbehinderte und blinde Menschen in ihrer Gemeinde zur aktiven Mitarbeit, auch sie haben vielfältige Fähigkeiten und Begabungen, die das Gemeindeleben bereichern.

Um die Gemeinde zu erreichen, kann das Nachfolgende helfen:

  • Das Angebot eines Abholdienstes oder Fahrdienstes für Veranstaltungen hilft nicht nur blinden und sehbehinderten Menschen.
  • Eine Info-Telefonnummer für Auskünfte oder Anmeldungen von Begleitung ist hilfreich.
  • Eine barrierefreie Gestaltung der Gemeindehäuser und Kirchen ist wünschenswert. Sehbehinderten Menschen hilft die Markierung von Treppenstufen mit einem kontrastierenden Leuchtstreifen an der ersten und letzten Stufe einer Treppe. Bei mehr als einer Stufe sollte mindestens einseitig ein Geländer angebracht werden, an Glastüren helfen geeignete Sicherheitsmarkierungen.
  • Die gute Ausleuchtung des Weges zur Kirche und zum Gemeindehaus ist vor allem in der dunklen Jahreszeit sehr wichtig.
  • Bitte akzeptieren Sie einen Blindenführhund auch im Gottesdienst.

Den Gottesdienst gemeinsam feiern, das wird durch folgende Tipps erleichtert:

  • Gute Akustik in der Kirche und in Gemeinderäumen, eine Mikrophonanlage und eine laute, deutliche Aussprache helfen Menschen, die schlecht sehen. Sie sind verstärkt aufs Hören angewiesen.
  • Eine gute Beleuchtung - keine Richtungsstrahler - sind in allen Räumlichkeiten sehr wichtig.
  • Sagen Sie bitte nicht nur die Liednummern, sondern auch den Textanfang eines Liedes an. Viele Lieder sind von der Melodie doppelt belegt, so dass das Lied daran nicht automatisch erkannt wird.
  • Das Sehbehindertengesangbuch hilft in vielen Fällen, nicht nur sehbeeinträchtigten Menschen, auch bei vergessener Brille leistet es hervorragende Hilfe. Beachten Sie dabei, dass der Sehbehindertengroßdruck (5mm Schriftgröße) sich deutlich vom Großdruckgesangbuch (2mm) unterscheidet.
  • Das Evangelische Gesangbuch für Sehbehinderte - Stammteil - kann in jeder Buchhandlung bestellt werden (ISBN-13: 978-3-583-13300-6).
  • Wenn Liedtexte einmal versweise erst vorgelesen und dann gesungen werden, wird dadurch der Text in Erinnerung gerufen und das Mitsingen erleichtert. Gemeinsames Singen wird möglich, denn viele blinde oder sehbehinderte Menschen können weder Brailleschrift noch Großdruck lesen.
  • Liturgie- oder Liedblätter sollten auch im Großdruck angeboten werden. Das bedeutet eine klare Schriftart, nicht kleiner als 14 Punkt fett, und am besten schwarze Schrift auf weißem Papier.
  • Durch klare Ansagen zum Aufstehen oder Setzen oder dem Ablauf des Abendmahls wird das Mitfeiern erleichtert. Ein Handzeichen im liturgischen Ablauf hilft nicht!
  • Bitte bieten Sie eine Abendmahlsbegleitung an.
  • Wenn Sie Bilder oder Graphiken einsetzen, sollten Sie diese beschreiben, so dass sie auch ohne zu sehen vorstellbar sind.
  • Bei Abkündigungen oder Veranstaltungshinweisen helfen klare Hinweise zu Örtlichkeiten, wo genau findet das Kirchencafé statt oder wo steht der Infotisch.
  • Viele blinde und sehbehinderte Menschen, die nicht persönlich am Gottesdienst teilnehmen können, schätzen es sehr, wenn sie den Gottesdienst auf Tonträgern hören können.

 

 

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Links

Sie können die Handreichung bei uns herunterladen oder bestellen.

Genauere Informationen zur Erstellung eines Gemeindebriefes bietet Ihnen eine Broschüre des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes. Das Bestellformular für die Schwarzschriftausgabe finden Sie hier.